Hochsensibilität und Trauma

 

Durch meine Arbeit mit traumatisierten Menschen und die intensive Beschäftigung mit der Traumaforschung, zeigt meine Erfahrung, dass gerade hochsensible Menschen durch die hohe Wahrnehmungsfähigkeit, schneller Situationen als traumatisch erfahren bzw. erleben können, die viel subtiler sind.

 

Trauma entsteht nicht nur bei schweren Unfällen, Katastrophen oder lebensbedrohlichen Krankheiten.

Auch relativ alltägliche Situationen können für Hochsensible aufgrund der Wahrnehmungsfähigkeit traumatisch erfahren werden und als traumatischer Stress im Nervensystem gespeichert werden.

 

Die Verarbeitung von extremen Lebensereignissen hängt von den Möglichkeiten der Person, d.h. von ihren Ressourcen ab.

Eine wesentliche Ressource, deren Bedeutung man erst noch in ihrer Gänze erfassen muss, ist die Lebenserfahrung, die neben anderem den Hintergrund dafür bildet, dass Kinder und Jugendliche besonders vulnerabel sind für traumatisch verarbeitete Extremereignisse. Besonders Traumatisierungen innerhalb der wichtigen Bindungen zu Eltern oder Verwandten sind für die weitere Entwicklung von Kindern höchst erschwerend.

Traumatisierungen können in jedem Alter vorkommen. Besonders fatal ist hier, dass einmal Traumatisierte wegen der erlittenen Traumatisierung anfälliger sind für weitere.

 

Trauma ist sehr speziell und von sehr vielen Faktoren abhängig. Bei einer Diagnostizierung einer PTBS, steht man einer vielzahl von Symptomen gegenüber. Sicherlich ist es für den einen oder anderen schwierig hier überhaupt einen Bezug zur Hochsensibilität herzustellen. Allerdings spätestens beim Symptom der Übererregung kann man durchaus eine Verbindung herstellen. Beispiele:

Symptome einer vegetativen Übererregung ( Hyperarousal):  Der Betroffene befindet sich in einem Zustand vegetativer Übererregung, einer ständigen erhöhten Wachsamkeit, welche auch als Hyperarousal bezeichnet wird. Es treten Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Ängste und Konzentrationsstörungen auf.

Oder, Emotionale Taubheit und Vermeidung: Der Betroffene versucht, inneren und äußeren Reizen zu entfliehen, um sich zu schützen. Er zieht sich aus dem sozialen Leben zurück und zeigt kein Interesse mehr an Dingen, die ihm vorher Freude bereitet haben. 

 

Dies unterscheiden zu können ist insofern wichtig, dass eine Person mit einer PTBS eine spezifische Behandlung erfahren sollte, die ein Hochsensibler im Normalfall nicht braucht.

 

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